machinami

Das, was Kyōto so einzigartig macht, ist die Tatsache, daß es selbst im 21. Jahrhundert noch Orte gibt, die einem das Gefühl geben als sei die Zeit stehen geblieben. Und damit meine ich nicht die berühmten Tempel und Schreine der Stadt, sondern die kleinen Gassen und engen Straßen mit ihren im traditionellen Stil erbauten Wohnhäusern. 1975 hat die japanische Regierung ein Gesetz erlassen, mittels dessen ganze Straßenzüge mit historisch bedeutenden Gebäuden unter Denkmalschutz gestellt werden können. Die Stadt Kyōto besitzt insgesamt vier dieser als erhaltenswert betrachteteten Umgebungen: Sanneizaka, Gion Shinbashi, Saga Toriimoto und Kamigamo.

Sanneizaka bezeichnet die Straßen, die hinauf zum Kiyomizudera – dem beliebtesten Tempel der Stadt – führen, auf denen stets ein Strom von Pilgern und Reisenden anzutreffen ist. Aber selbst an Tagen, an denen viele Touristen unterwegs sind, genügt ein Abstecher in eine der Seitenstraßen, um dem Trubel zu entkommen und in die ruhige Atmosphäre des Viertels einzutauchen. Gion Shinbashi liegt in dem nördlich von Shijō-dōri gelegenen Teil des Geisha-Viertels und besteht aus den beiden Straßen Shinbashi- und Minami-Shirakawa-dōri. Diese Straßen sind tagsüber menschenleer und erwachen erst in den Abendstunden zum Leben, wenn sich das warme Licht aus den Fenstern der Teehäuser auf dem Wasser des Shirakawa-Kanals spiegelt.

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Kōshi

Unter kōshi versteht man aus parallel angeordneten Holzleisten gefertigte Wände, Fenster und Türen, die kennzeichnend für die Frontseite tradtioneller Stadthäuser in Kyōto, den sogenannten kyō-machiya, sind. Kōshi stellen einen fließenden Übergang zwischen drinnen und draußen dar. Im Haus läßt sich alles sehen und vor allen Dingen alles hören, was auf der Straße vor sich geht. Und wenn in den Abendstunden das warme Licht durch die hölzernen Gitter in die Gassen fällt, zeichnet sich das Innere der beleuchteten Häuser auf faszinierende Weise schemenhaft ab. Diese besondere Atmosphäre läßt sich am Besten bei einem abendlichen Spaziergang durch Gion erleben.

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Noren

Noren vor einem Geschäft für Fächer

Ursprünglich dienten Vorhänge in den Eingängen japanischer Häuser lediglich zum Schutz vor Wind und Sonne. Mit dem Aufkommen von ersten Geschäften in den Städten, wurden noren genannte Vorhänge jedoch an Stelle von Eingangstüren verwendet, um den Kunden einen leichteren Zugang zum Ladengeschäft zu ermöglichen. Traditionell wurden noren aus dunkelblau gefärbten Baumwollstoffbahnen gefertigt, auf denen in weißer Farbe der Name, das Familienwappen oder das Warenzeichen des Geschäftsinhabers abgebildet war. Sie dienten so als Aushängeschild des Ladens und konnten in dieser Form auch weitergegeben werden, wenn z. B. ein Familienmitglied oder ein Angestellter eine Zweigstelle eröffnete. 

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Sudare

Fassade eines Stadthauses in Kyōto

In Gion gelten die sudare genannten Bambusvorhänge vor den Fenstern im Obergeschoß der traditionellen Stadthäuser (kyō-machiya) als essentieller Bestandteil der Häuserfront. Denn durch die lichtdurchlässigen Bambus-Jalousien dringt das warme Licht der Wohnräume gedämpft nach außen und verleiht den Straßen der Geisha-Viertel allabendlich ihre elegante und geheimnisvolle Atmosphäre.

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Inuyarai

Fassade eines Stadthauses

Ein wichtiges Element im Stadtbild der traditionellen Viertel Kyōtos sind die sogenannten inuyarai. Es handelt sich hierbei um aus gebogenen Bambusstreifen gefertigte Zäune, die insbesondere in den Vierteln Pontochō und Gion vor den Hauswänden der im traditionellen Stil erbauten Häuser stehen. Inuyarai sind eine Variante der komayose genannten hölzernen Geländer, die den unmittelbar vor der Frontseite des Gebäudes liegenden Bereich von der Straße abtrennen. Anders als der Name es vermuten läßt, waren komayose ebensowenig zum Anbinden von Pferden gedacht, wie inuyarai dem Abwehren von Hunden dienten.

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