machinami

Das, was Kyōto so einzigartig macht, ist die Tatsache, daß es selbst im 21. Jahrhundert noch Orte gibt, die einem das Gefühl geben als sei die Zeit stehen geblieben. Und damit meine ich nicht die berühmten Tempel und Schreine der Stadt, sondern die kleinen Gassen und engen Straßen mit ihren im traditionellen Stil erbauten Wohnhäusern. 1975 hat die japanische Regierung ein Gesetz erlassen, mittels dessen ganze Straßenzüge mit historisch bedeutenden Gebäuden unter Denkmalschutz gestellt werden können. Die Stadt Kyōto besitzt insgesamt vier dieser als erhaltenswert betrachteteten Umgebungen: Sanneizaka, Gion Shinbashi, Saga Toriimoto und Kamigamo.

Sanneizaka bezeichnet die Straßen, die hinauf zum Kiyomizudera – dem beliebtesten Tempel der Stadt – führen, auf denen stets ein Strom von Pilgern und Reisenden anzutreffen ist. Aber selbst an Tagen, an denen viele Touristen unterwegs sind, genügt ein Abstecher in eine der Seitenstraßen, um dem Trubel zu entkommen und in die ruhige Atmosphäre des Viertels einzutauchen. Gion Shinbashi liegt in dem nördlich von Shijō-dōri gelegenen Teil des Geisha-Viertels und besteht aus den beiden Straßen Shinbashi- und Minami-Shirakawa-dōri. Diese Straßen sind tagsüber menschenleer und erwachen erst in den Abendstunden zum Leben, wenn sich das warme Licht aus den Fenstern der Teehäuser auf dem Wasser des Shirakawa-Kanals spiegelt.

Weiterlesen»

Miyako Odori

Tanzende Maiko mit Fächer

Der Monat April steht in Kyōto nicht nur für die Kirschblüte, sondern auch für die Tanzvorführungen der Maiko und Geiko aus den fünf hanamachi der Stadt: das in der Nähe des Kitano Tenmangū gelegene Kamishichiken führt das Kitano Odori in der Zeit vom 25. März bis zum 7. April auf. Das bekannte Miyako Odori wird vom 1. bis 30. April dreimal täglich im Gion Kōbu Kaburenjō Theater dargeboten, während das Kyō Odori der Maiko und Geiko aus Miyagawachō zwischen dem 6. und 21. April gegeben wird. Vom 1. bis 24. Mai folgt dann das Kamogawa Odori im Pontochō Kaburenjō Theater.

Eintrittskarten gibt es bereits ab ¥2.000 und wer Freude an klassischem japanischen Tanz und traditioneller japanischer Musik hat, der wird die Aufführungen sicher zu schätzen wissen. Wer aber freut sich nicht, wenn ihm unvermittelt eine Maiko begegnet, die in farbenprächtige Kimono gekleidet auf hohen Holzsandalen zum Theater eilt, den flachen Korb in der linken Hand haltend, und den Blick fest gerade aus gerichtet?

Geisha

Tanzende Maiko mit Fächer

Die Maiko (Geisha-Schülerin) ist eines der Sinnbilder der Stadt Kyōto, denn nur in Japans alter Hauptstadt wird die traditionelle Ausbildung der Geiko – wie die Geisha hier gennant wird – noch gepflegt. Das äußere Erscheinungsbild einer Maiko unterscheidet sich in mehreren Punkten von dem einer Geiko. Maiko tragen ihr eigenes Haar zu kunstvollen Frisuren aufgesteckt, die mit aufwendigem Blumenschmuck und kostbaren Haarnadeln versehen sind. Sie sind in farbenprächtige, bis zu zehn Kilogramm schwere Seidenkimonos mit herabhängenden Obi (darari obi) gekleidet und gehen auf zwölf Zentimeter hohen Holzsandalen (okobo).

Weiterlesen»

Hanamachi

Straße im Gion Viertel

In Kyōto werden die Viertel, in denen die Maiko und Geiko (wie die Geisha hier genannt werden) leben und arbeiten, hanamchi «Blumenviertel» genannt. Vier dieser Geisha-Viertel liegen mitten im Zentrum der Stadt, sprich in der Nähe der Shijō-Brücke, und das fünfte hanamachi befindet sich vor dem Kitano Tenmangū Schrein im Nordwesten der Stadt. Da sich der traditionelle Charakter der alten Kyōtoer Stadtviertel mit ihren zweigeschossigen, aus Holz gebauten Häusern in den hanamachi am besten erhalten hat, gehört ein abendlicher Spaziergang durch die Geisha-Viertel zu den besonderen Attraktionen der alten Hauptstadt.

Weiterlesen»

Sudare

Fassade eines Stadthauses in Kyōto

In Gion gelten die sudare genannten Bambusvorhänge vor den Fenstern im Obergeschoß der traditionellen Stadthäuser (kyō-machiya) als essentieller Bestandteil der Häuserfront. Denn durch die lichtdurchlässigen Bambus-Jalousien dringt das warme Licht der Wohnräume gedämpft nach außen und verleiht den Straßen der Geisha-Viertel allabendlich ihre elegante und geheimnisvolle Atmosphäre.

Weiterlesen»
© Eva Maria Meyer 2008-2018     Designed by Pexeto     Powered by WordPress