Aoi Matsuri

Die große Bedeutung des am 15. Mai stattfindenen Aoi Matsuri läßt sich daran erkennen, daß es in der Heian-Zeit (794-1192) einfach nur als «das Fest» bezeichnet worden ist. Das Aoi Matsuri geht zurück auf die Regierungszeit des Kinmei-Tennō (539-571) als heftige Stürme das Land heimsuchten und Mißernten verursachten. Ein Orakel führte die Zerstörungen auf den Zorn der am Shimogamo Jinja verehrten Gottheit zurück, worauf der Kaiser vor dem Schrein Pferderennen und Löwentänze zur Beschwichtigung der Gottheit durchführen liess. Mit Erfolg! Bald darauf erhielt das Fest den Status eines Festes zum Schutz des japanischen Reiches und im Jahre 810 bestimmte Saga-Tennō, daß von nun stets eine kaiserliche Prinzessin als Schreinpriesterin am Shimogamo Jinja leben sollte.

Seinen Charakter als Fest des Kaiserhauses hat das Aoi Matsuri bis heute behalten. Der Festumzug beginnt am 15. Mai 2013 um 10:30 Uhr am alten Kaiserpalast und nimmt den Weg über Marutamachi- und Kawaramachi-dōri zum Shimogamo Jinja. Dort verweilt der Zug einige Zeit bis er gegen 14:20 Uhr den Schrein wieder verläßt und weiter zum Kamigamo Jinja zieht. Rund 500, in heianzeitliche Kostüme gekleidete Personen nehmen an dem Umzug teil, hinzu kommen 35 Pferde und zwei von Ochsen gezogenen Wagen. Den ersten Teil des Festumzuges bildet der kaiserliche Gesandte und sein Gefolge, während der zweite Teil des Zuges von der die Rolle der kaiserlichen Prinzessin übernehmenden Saiō und ihrem Gefolge geprägt ist.

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Feste und Zeremonien

Arkebusen im Einsatz

Die zahlreichen, im Jahresablauf stattfindenden Feste und Zeremonien an Kyōtos Schreinen und Tempeln sollten bei der Reiseplanung stets mit berücksichtigt werden. Einen erste Orientierung bietet die nach Monaten geordnete Auflistung der wichtigsten kulturellen Ereignisse des Kyoto Travel Guide. Die konkreten Termine der einzelnen Veranstaltungen für die nächsten sechs Monate listet das Kyoto Event Web Magazine auf. Ausführliche Informationen und anschauliche Photos zu den monatlichen Festen und Zeremonien bietet der Kyoto Visitor’s Guide in seiner Rubrik Kyoto This Month. Ich selbst verwende den Eventkalender des offiziellen Tourismus-Portals der Stadt Kyōto, der neben dem traditionellen Jahresbrauchtum auch andere Veranstaltungen, Kunstausstellungen sowie Theater- und Konzertaufführungen auflistet. Praktisch ist auch der Eventkalender auf dem Tourismus-Portal der Präfektur Kyōto, durch Klicken auf einen bestimmten Tag des Monats werden die Feste und Veranstaltungen für die Regionen Tango, Tanba und Yamashiro sowie die Stadt Kyōto aufgeführt.

Gion Matsuri

Shijō-dōri am Abend vor dem Umzug

Das Gion Matsuri in Kyōto gehört zu den drei bedeutendsten Festen in Japan und jedes Jahr strömen am 17. Juli Tausende von Besucher in die Stadt, um den farbenprächtigen Umzug der traditionsreichen Festwagen anzuschauen. Viele wissen nicht, daß die Feierlichkeiten des seit über tausend Jahren abgehaltenen Gion Matsuri sich über den gesamten Monat Juli erstrecken. Die beste Informationsquelle in englischer Sprache findet sich auf den Seiten des Kyōto Visitor‘s Guide; ausführlicher und differenzierter werden die einzelnen Zeremonien auf den Seiten des offiziellen Tourismus Portals der Stadt Kyōto dargestellt. Dort findet sich auch eine Karte mit Ablauf des Festzuges. Genaue Beschreibungen der 23 kleinen (yama) und 9 großen (hoko) Festwagen mit Informationen zu Aufbauzeiten und Standort der einzelnen Wagen werden von der Zeitung Kyōto Shinbun aufgelistet.

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Gion Matsuri

Festzug beim Gion Matsuri

Das Gion Matsuri geht auf ein Ereignis im Jahr 869 zurück als die Stadt Kyōto von einer schweren Epidemie geplagt wurde. Um diese abzuwehren ließ der regierende Kaiser Gebete am Yasaka Jinja abhalten und in einer Prozession 66 Speere (welche die 66 Provinzen des Landes symbolisierten) durch die Stadt führen. Das Fest wurde nach 970 zu einem jährlichen Ereignis und nur während des Ōnin-Krieges (1467-1477) für einige Jahre unterbrochen.

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Yasurai Matsuri

ein großer roter Schirm

Kommenden Sonntag, den 11. April 2010, findet am oberhalb des Daitokuji gelegenen Imamiya Jinja eines der drei ungewöhnlichsten Feste Kyōtos statt: das Yasurai Matsuri. Seit Gründung des Schreins im Jahre 994 sollen die dort verehrten Gottheiten die Menschen vor Krankheit und Unheil beschützen. Zur Kirschblütenzeit jedoch lassen sich die Götter durch die in den Blüten lebenden Blumengeister leicht ablenken, sie wenden sich von den Menschen ab und in Folge dessen kommt es zum Ausbruch von Krankheiten. 

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