Koma-inu

japanischer Löwenhund mit offenem Maul

Die Paare von löwenähnlichen Steinfiguren, die häufig am Eingang zu Schreinen und Tempeln stehen, nennt man koma-inu. Sie leiten sich von den chinesischen Wächterlöwen ab, die wiederrum auf indischen Vorstellungen von der Stärke und Kraft des Löwen beruhen. In Japan waren die Figuren ursprünglich aus Holz geschnitzt und bemalt; bis zum Mittelalter wurden sie nur in geschlossenen Räumen verwendet, entweder im inneren Schreinbereich oder in den Hallen des Kaiserpalastes.

Während in China stets zwei gleich aussehende Stauten als Wächterfiguren verwendet wurden, entwickelte sich in Japan eine klare Unterscheidung in der Darstellung zwischen dem chinesischen Wächterlöwen (kara-shishi) mit einem offenen Maul und nach wie vor löwenähnlichem Aussehen und dem koreanischen Fabelhund (koma-inu) mit geschlossenen Maul und einem Horn auf dem Kopf.

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Nagoshi no Harae

Aus Schilfgras gewundener Reifen

Ende Juni kann man an den Schreinen Kyōtos große, aus Schilfgras gewunde Ringe sehen. Die chinowa gennannte Ringe werden entweder unter dem Torii oder vor der Gebetshalle des Schreins aufgebaut und für das am 30. Juni duchgeführte Reinigungsritual nagoshi no harae verwendet. Derjenige, der durch dieses Tor tritt, wird gereinigt von den Verfehlungen und gestärkt gegen Krankheit und Übel.

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Neujahr

Schreinbesuch am Ebisu Jinja

Wesentlicher Bestandteil der japanischen Neujahrsfeierlichkeiten ist der erste Schrein- oder Tempelbesuch im neuen Jahr (hatsumōde); die Götter werden um Glück und Segen im neuen Jahr gebeten und die Gläubigen erwerben neue Glücksbringer und Talismane (o-mamori). Dreiviertel aller Japaner unternehmen an den ersten drei Januartagen einen solchen Neujahrsbesuch, an besonders populären Schreinen wie beispielsweise dem Fushimi Inari Taisha im Süden Kyōtos liegt die Besucherzahl bei rund zweieinhalb Millionen Menschen.

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Jahreswechsel

die kleine Tempelglocke des Kenninji

Als Japan den gregorianischen Kalender am 1.1.1873 übernahm, verlegte es gleichzeitig alle Feste im Jahresablauf, die nach dem alten Mondkalender am 1. Tag des ersten Monats, 3. Tag des dritten Monats, 5. Tag des fünften Monats usw. begangen worden waren, auf die entsprechenden Kalendertage in unserem westlichen Kalender. Will heißen, seit 1873 wird das Neujahrsfest in Japan am 1. Januar gefeiert, das Puppenfest am 3. März, das Knabenfest am 5. Mai und so fort. 

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Goshuin-meguri

Votivtafel mit den sieben Glücksgöttern

Die roten Stempel, die man an Schreinen und Tempel zum Zeichen seines Besuches erhalten kann, nennt man goshuin. Eine Rundreise bzw. Pilgerreise zu mehreren, thematisch zueinander in Beziehung stehenden Schreinen und Tempeln, heißt daher goshuin meguri. In Kyōto kann man verschiedene dieser Rundreisen unternehmen. Da ist zu einen die Miyako Shichifukujin-Mairi; für jeden der sieben Glücksgötter wird ein bestimmter Schrein oder Tempel besucht, um vor allem am Beginn eines neuen Jahres Unheil abzuwehren und Glück herbeizurufen.

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O-mamori

o-mamori des Hirano Jinja Schreins

Unter einem o-mamori versteht man einen Glücksbringer oder Talisman, den man zur Abwehr von Unheil oder zur Erfüllung bestimmter Wünsche an einem Schrein oder Tempel erwerben kann. O-mamori werden stets bei sich getragen und nach einem Jahr bzw. zu Neujahr dem Schrein oder Tempel zurückgegeben, damit sie dort verbrannt werden können. O-mamori dürfen verschenkt werden und sind daher beliebte Mitbringsel, gerade bei den Besuchern Kyōtos.

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Kirschblüte

Kirschlütenzweige

Die Kirschblüte gilt in Japan seit alters her als Symbol des Frühlings und als ein Sinnbild für die Vergänglichkeit allen Irdischens (shogyō mujō). Die Blütezeit der Kirschbäume beträgt nur wenige Tage, ein leichter Windstoß oder eine kurze Regenschauer genügen, und schon hat die Blütenpracht ihr Ende. Die Traurigkeit über das rasche Fallen der Kirschblüten ist ein zentrales Motiv in der klassischen japanischen Poesie und wird häufiger thematisiert als die Schönheit der Blüten selbst.

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Pflaumenblüte

rote Pflaumenblüten

Im japanischen Altertum wurde die Pflaumenblüte weitaus höher geschätzt als die Kirschblüte. Japans älteste Gedichtanthologie, das Manyōshū aus dem Jahre 759, verzeichnet 118 Gedichte über Pflaumenblüten, aber nur 44 Gedichte zur Kirschblüte. Erst nach dem Ende des direkten Kontakts mit China und der Herausbildung einer rein japanischen Kultur im 10. Jahrhundert stieg die Wertschätzung der Kirschblüte.

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Setsubun

Bohnen werden geworfen

Setsubun bezeichnet den letzten Tag des Jahres nach dem alten japanischen Sonnenkalender und wird heutzutage am 3. Februar gefeiert. Um die bösen Dämonen zu vertreiben, werden innerhalb des Hauses Bohnen geworfen;  mit dem Ruf «Dämonen heraus, Glück herein» (oni wa soto, fuku wa uchi) wirft der Familienvater Bohnen auf die als Dämonen maskierten Familienmitglieder. Anschließend werden die gerösteten Bohnen gegessen, eine für jedes Lebensjahr plus eine Weitere für das Glück. 

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Kadomatsu

Kiefernsetzlinge

Genau wie bei der Verwendung von Strohseilen als Neujahrsschmuck handelt es sich bei dem Aufstellen von Kiefernzweigen (kadomatsu) zu beiden Seiten des Hauseingangs um einen volkstümlichen Brauch, der im Lauf der Jahrhunderte vom Schwertadel übernommen worden ist. Die heute am häufigsten verbreitete Form der kadomatsu geht auf den Kiefernschmuck zurück, der früher vor den Eingangstoren der Burg von Edo aufgestellt war. Er ist gekennzeichnet durch drei schräg angeschnittene Bambusstangen, die in einem Gefäß mit Kiefernzweigen stehen, welches von  Holzscheiten eingefasst ist.

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