Kitano Tenmangū

Ema am Kitano Tenmangū Schrein

Der im Nordwesten Kyōtos gelegene Kitano Tenmangū ist ein Shintō-Schrein, in welchem eine historische Persönlichkeit als Gottheit verehrt wird: der Staatsmann, Gelehrte und Dichter Sugawara no Michizane (845-903). Michizane war aufgrund seiner herausragenden Bildung und seiner persönlichen Integrietät von Uda-Tennō (867-931) besonders gefördert und in hohe Ämter bei Hofe berufen worden. Nach der Abdankung des Kaisers geriet sein Sohn und Nachfolger, der 17-jährige Daigo-Tennō (885-930), zunehmend unter den Einfluß des politischen Gegener Michizanes, Fujiwara no Tokihira (871-909). Tokihira verleudmete Michizane beim Kaiser und konnte erreichen, daß Daigo-Tennō Michizane im Jahre 901 auf einen unbedeutenen Posten in das weit entfernte Dazaifu versetzen ließ.

Zwei Jahre später starb Michizane in Daizaifu. Nach seinem Tod kam es zu einer Reihe von plötzlichen Todesfällen am Kaiserhof. Fujiwara no Tokihira verstarb 909 im Alter von 38 Jahren. 923 und 925 starben kurz hintereinander zwei jungendliche Söhne des Daigo-Tennō. 930 schlug der Blitz im Kaiserpalast ein, bei dem ausbrechenden Feuer kamen eine Reihe von Hofbeamten ums Leben. Drei Monate später erkrankte der Kaiser und starb im Alter von 46 Jahren.

Diese außergewöhnlichen Ereignisse wurden dem rächenden Totengeist des Sugawara no Michizane zugeschrieben und um ihn zu besänftigen, setzte der Kaiserhof Michizane zwanzig Jahre nach seinem Tod, wieder in seine alten Ämter und Ränge ein. 947 errichtete man ihm zu Ehren einen Schrein, den Kitano Tenmangū. Michizane wurde vom Kaiser zur Shintō-Gottheit Tenjin erhoben, eine Donner-Gottheit, die Schutz vor Überschwemmungen und Blitzeinschlägen gewährten sollte. Und um endgültig auf Nummer sicher zu gehen, beförderte der Kaiser 993 Michizane posthum in den ersten Hofrang und das höchste Amt am Kaiserhof.

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In eigener Sache

grüne Ahornblätter

Heute ist es endlich so weit: unsere Website ist auf einen eigenen Server umgezogen! Bei dieser Gelegenheit haben wir auch das Layout der Seite vollständig neu gestaltet und eine Reihe zusätzlicher Funktionen hinzu gefügt. Die Artikel im Blog sind nun durch die Vergabe von Kategorien und Schlagworte leichter zugänglich geworden und die Photos in den Alben kommen jetzt mittels der Einzelansicht noch besser zur Geltung. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Tim Schierbaum und Henrik Habermann, die uns die Seite als WordPress Blog eingerichtet haben.

Kyōto vor 794

Fuchs

Vor 794, dem Jahr in welchem Kanmu-Tennō (737-806) die Hauptstadt nach Heian-kyō verlegte, lebten dort bereits eine Reihe von Familien: darunter die Yasaka im Osten, die Kamo im Norden und die Hata im Westen des späteren Stadtgebietes. Die von diesen Familien gegründeten Tempel und Schreine sind teilweise deutlich älter als Kyōto selbst. 

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Yasaka Jinja, Teil 2

Tempelhund vor dem Yasaka Jinja

Jetzt, wo Sie wissen, daß der ursprüngliche Name des Yasaka Jinja Schreins Gion-sha lautete, fragen Sie sich sicher, ob da ein Zusammenhang zu den berühmten Anfangszeilen des Heike Monogatari – Gion Shōja no kane no koe, shogyō mujō no hibiki ari (Der Jetavanaklause verhallender Glockenton, er singt das Lied von allen Geschehens Unbestand) – besteht. Jetavana war einst eines der größen buddhistischen Klöster Indiens; der historische Buddha hatte sich häufig dort aufgehalten und gepredigt. Gozu Tennō, die Schutzgottheit des Jetavana-Klosters, ist die Hauptgottheit des Yasaka Jinja und daher wurde der Schrein nach dem Kloster benannt. Bei Gozu Tennō handelt es sich um eine synkretische Gottheit; Susanoo no Mikoto, der Bruder der Sonnengöttin Amaterasu Ōmikami, gilt als der Ursprung (honji) und Yakushi-Nyorai, der Buddha der Heilung, als die niedergelassene Spur (suijaku) dieser Gottheit.

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Yasaka Jinja

westliches Eingangstor des Yasaka Jinja Schreins

An meinem Rucksack hängen seit meinem letzten Japanaufenthalt zwei o-mamori, eines vom Kōryūji Tempel und eines vom Yasaka Jinja Schrein. Über die unglaubliche Wirkung der Statue des Miroku Bosatsu im Kōryūji habe ich bereits geschrieben, heute Abend möchte ich Ihnen etwas über die Bedeutung des Yasaka Jinja erzählen. 

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Gozan

Zen-Mönch auf Bettelgang

Gozan bedeutet wörtlich übersetzt «fünf Berge» und bezeichnet ein Rangsystem für offiziell vom Bakufu unterstützte Zen-Tempel in Kyōto und Kamakura. Die Hōjō-Regenten des Kamakura-Bakufu übernahmen dieses System von dem Kaiserhof der südlichen Song-Dynastie und nahmen drei Tempel in Kyōto und zwei Tempel in Kamakura in das Gozan-System auf. Während der Kenmu-Restauration führte Go-Daigo-Tennō (1288-1339) die Kyōto Gozan-Tempel ein, mit dem Daitokuji und dem Nanzenji beide an erster Stelle, gefolgt von dem Kenninji und dem Tōfukuji. Nach dem Tod des Kaisers kam dann noch der Tenryūji als fünfter Tempel hinzu.

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Geisha

Tanzende Maiko mit Fächer

Die Maiko (Geisha-Schülerin) ist eines der Sinnbilder der Stadt Kyōto, denn nur in Japans alter Hauptstadt wird die traditionelle Ausbildung der Geiko – wie die Geisha hier gennant wird – noch gepflegt. Das äußere Erscheinungsbild einer Maiko unterscheidet sich in mehreren Punkten von dem einer Geiko. Maiko tragen ihr eigenes Haar zu kunstvollen Frisuren aufgesteckt, die mit aufwendigem Blumenschmuck und kostbaren Haarnadeln versehen sind. Sie sind in farbenprächtige, bis zu zehn Kilogramm schwere Seidenkimonos mit herabhängenden Obi (darari obi) gekleidet und gehen auf zwölf Zentimeter hohen Holzsandalen (okobo).

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Hanamachi

Straße im Gion Viertel

In Kyōto werden die Viertel, in denen die Maiko und Geiko (wie die Geisha hier genannt werden) leben und arbeiten, hanamchi «Blumenviertel» genannt. Vier dieser Geisha-Viertel liegen mitten im Zentrum der Stadt, sprich in der Nähe der Shijō-Brücke, und das fünfte hanamachi befindet sich vor dem Kitano Tenmangū Schrein im Nordwesten der Stadt. Da sich der traditionelle Charakter der alten Kyōtoer Stadtviertel mit ihren zweigeschossigen, aus Holz gebauten Häusern in den hanamachi am besten erhalten hat, gehört ein abendlicher Spaziergang durch die Geisha-Viertel zu den besonderen Attraktionen der alten Hauptstadt.

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Meishozue

Alter Holzdruck

Einer der faszinierenden Aspekte der Edo-Zeit (1600-1868) ist die Entstehung eines blühenden Verlagswesens in Japan. Das Blockdruckverfahren ermöglichte nicht nur die relativ kostengünstige Herstellung von Büchern, sondern auch die einfache Einbindung von Bildern und Lesehilfen in den geschriebenen Text. Im Jahre 1780 erschien der erste illustrierte Reiseführer, eine Beschreibung der Sehenswürdigkeiten Kyōtos in sechs Bänden, unter dem Titel Miyako Meishozue. Meisho steht im Japanischen für berühmter Ort, zue ist eine Bildersammlung und Miyako in der Bedeutung Hauptstadt ist einer der alten Namen für Kyōto. Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung waren rund 4.000 Exemplare gedruckt worden und es mussten neue Holzblöcke für eine zweite Auflage gefertigt werden.

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Familienwappen

Wappen der Tokugawa Familie

In Japan sind Wappen (mon) seit der Heian-Zeit (794-1192) in Gebrauch, sowohl zur Dekoration von Kimono und Gebrauchsgegenständen wie auch als Familienwappen (kamon). Die Verwendung war nicht auf die Familien des Schwertadels beschränkt; Handwerker und Kaufleute konnten in der Edo-Zeit (1600-1868) genauso ihre eigenen Wappen führen wie Kabuki-Schauspieler und Kurtisanen. In Kyōto begegnen uns diese Wappen heute vor allem in den Tempeln und Schreinen.

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