Kōshi

Unter kōshi versteht man aus parallel angeordneten Holzleisten gefertigte Wände, Fenster und Türen, die kennzeichnend für die Frontseite tradtioneller Stadthäuser in Kyōto, den sogenannten kyō-machiya, sind. Kōshi stellen einen fließenden Übergang zwischen drinnen und draußen dar. Im Haus läßt sich alles sehen und vor allen Dingen alles hören, was auf der Straße vor sich geht. Und wenn in den Abendstunden das warme Licht durch die hölzernen Gitter in die Gassen fällt, zeichnet sich das Innere der beleuchteten Häuser auf faszinierende Weise schemenhaft ab. Diese besondere Atmosphäre läßt sich am Besten bei einem abendlichen Spaziergang durch Gion erleben.

Grundsäztlich unterscheidet man zwischen Gitterwerk in Form eines Erkerfensters (degōshi), Gitterwerk in Form einer flachen Wand (hiragōshi) und Gitterwerk in Form einer tragenden Außenwand (daigōshi). Zudem können die kōshi nach Anordnung und Breite der Holzleisten unterschieden werden. Ein Gitterwerk, in welchem jede zweite und / oder dritte Leiste kürzer ist, wird als „Eltern-Kind-Gitterwerk“ (oyakogōshi) bezeichnet. In Kyōto werden die kōshi auch nach dem urpsrünglichen Verwendungszweck der Häuser unterschieden. So sind die kōshi eines Sakehändlers (sakayagōshi) aus breiten, eng beieinander angeordneten Holzleisten gefertigt, während die kōshi eines Stoffhändlers (itoyagōshi) aus schmalen, kurzen Leisten bestehen, da die Begutachtung von Stoffen im Gegensatz zu der Beurteilung von Reiswein helles Licht erfordert.

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