Kyōto vor 794

Fuchs

Vor 794, dem Jahr in welchem Kanmu-Tennō (737-806) die Hauptstadt nach Heian-kyō verlegte, lebten dort bereits eine Reihe von Familien: darunter die Yasaka im Osten, die Kamo im Norden und die Hata im Westen des späteren Stadtgebietes. Die von diesen Familien gegründeten Tempel und Schreine sind teilweise deutlich älter als Kyōto selbst. 

Der älteste Tempel Kyōtos ist der im Westen der Stadt gelegene Kōryūji. Im Jahre 603 erhielt Hata no Kawakatsu von dem kaiserlichen Prinzen Shōtoku Taishi (574-622) eine Buddha-Statue geschenkt, und für diese Statue wurde der Tempel errichtet. Die Hata-Familie gründete zudem den am Fuße des westlichen Matsuoyama gelegenen Matsunoo Taisha Schrein (gegr. 701) und den im Südosten der Stadt liegenden Fushimi Inari Taisha Schrein (gegr. 711). Der dem Reisgott gewidmete Fushimi Inari Taisha gilt als der Schrein mit den höchsten Besucherzahlen in ganz Japan.

Dem Matsunoo Taisha wurde nach 794 der Schutz des Kaiserhofes und des Reiches anvertraut. Eine Aufgabe, die er zusammen mit den beiden Kamo-Schreinen – Shimogamo Jinja und Kamigamo Jinja sind ältesten Schreine Kyōtos – ausübte. In der Muromachi-Zeit (1338-1573) erlangte der Matsunoo Schrein Popularität bei den Sake-Brauern der Stadt; das Wasser der auf dem Schreingelände entspringenden Quelle soll den Reiswein vor dem Verderben schützen. Bis auf den heutigen Tag stellt der Schrein eine Pilgerstätte für die Hersteller von Sake und Misopaste dar.

Zwei weitere Tempel Kyōtos werden mit dem Namen des Shōtoku Taishi in Verbindung gebracht: der im 7. Jahrhundert erbaute Hōkanji mit der bekannten Yasaka-Pagode und der im Zentrum der Stadt gelegene Rokkakudō Tempel. Kurz vor Gründung der Stadt entstanden der im Volk stets beliebte Kiyomizudera (gegr. 778) und der historisch bedeutsame Enryakuji (gegr. 788) auf dem Berg Hiezan.

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