Besichtigungen planen

Touristen im Shisendō Tempel zur Hochsaison

Nachdem Sie sich in der Stadt orientiert haben, sich über die aktuellen Termine sowie die anstehenden Sonderöffnungszeiten bzw. Sonder-Sonderöffnungszeiten informiert haben und sich im Zentrum der Stadt ein wenig umgeschaut haben, ist es Zeit, sich Gedanken über das weitere Vorgehen zu machen. Sprich die Frage zu klären, wann Sie welche Orte besichtigen und welche Gelegenheiten Sie wahrnehmen wollen. Im Folgenden werde ich versuchen, Ihnen einige Entscheidungshilfen mit an die Hand zu geben.

Öffnungszeiten

Das Wichtigste, das man über Öffnungszeiten wissen muß, ist die simple Tatsache, daß eine Reihe von Orten keine haben. Das gilt nicht nur für die Straßen in den Geisha-Vierteln und die öffentlichen Parks der Stadt, sondern auch für die meisten Shintō-Schreine und einige große Tempelanlagen. Shintō-Schreine sind in der Regel nicht von einer Mauer umgeben, d. h. es kann, wenn überhaupt, nur der innere Schreinbereich nachts abgeschlossen werden. Und einige Tempel wie beispielsweise der Kenninji halten ihre Tore stets geöffnet.

Es ist immer ratsam, sich vorher über die genauen Öffnungszeiten zu informieren. Alldieweil einige Orte in den Wintermonaten früher schließen und/ oder grundsätzlich eine halbe Stunde vor Schluß keine Besucher mehr reinlassen. Und weil die meisten Tempel aufgrund von wichtigen Zeremonien oder Feiertagen einige Tage im Jahr geschlossen haben. Im Frühjahr und Herbst können zudem einige Tempel und Schreine abends im Schein von Lampen und Laternen besichtigt werden.

Noch ein Hinweis: wer Besuchermassen meiden möchte, der sollte eine (halbe) Stunde vor Schließungszeit kommen. Auf die Minute pünktlich zur Öffnungszeit zu erscheinen, ist für japanische Besuchergruppen die Regel; einzige Ausnahme ist der Kiyomizudera, der das ganze Jahr über morgens um 6:00 Uhr seine Tore öffnet. Nachmittags den exakten Besichtigungstermin zu treffen ist für Reisegruppen logistisch deutlich schwieriger.

Jahreszeiten

Der Ablauf der Jahreszeiten wirkt sich in zweierlei Hinsicht auf das Besucherverhalten aus. Je nach Monat schwanken die Besucherzahlen Kyōtos erheblich, von zwei Millionen im Februar bis zu sechseinhalb Millionen im November. Am Ruhigsten ist es in den drei Wintermonaten – Dezember, Januar und Februar – richtig viel los dagegen ist auf dem Höhepunkt der Laubverfärbung Mitte November und zur Kirschblüte Anfang April. Besucht man in diesem Zeitraum, wohlmöglich noch an einem Wochenende, einen Ort, der berühmt für das Herbstlaub oder die Kirschblüte ist, dann muß man mit einem ungeheuren Besucherandrang rechnen.

Was nicht zwangsläufig negativ ist. Wenn ich zum Kirschlütenfest am Hirano Jinja gehe, mir am 17. Juli das Gion Matsuri anschaue oder zu Setsubun die Tanzvorführungen der Maiko verfolge, dann gehört ein gewisser Menschenauflauf einfach dazu. Aber die Buddha-Statuen im Sanjūsangendō möchte ich lieber in der Ruhe eines sonnigen Wintermorgens betrachten, wenn das Licht sanft durch die nach Osten öffnenden, mit Papier bespannten Schiebetüren fällt.

Eintrittspreise

All die Orte, die keine festen Öffnungszeiten haben, sind auch insofern frei zugänglich, als daß dort keine Eintrittspreise erhoben werden. Buddhistische Tempel wie der Chion-in oder der Nishi-Honganji, die in erster Linie Stätten des Glaubens sind, sind ebenfalls frei zugänglich. Für den Besuch des alten Kaiserpalastes, des Palastes für den abgedankten Kaiser und der beiden kaiserlichen Villen sind zwar Erlaubnisscheine notwendig, aber es fallen keine Eintrittsgebühren an. Bei großen Tempeln wie dem Ninnaji oder dem Nanzenji muß für den Besuch der Abtresidenz und einzelner Subtempel Eintritt bezahlt werden; die Tempelanlagen selbst aber sind frei zugänglich.

 

Schlagwörter:

Kommentieren


Name*

E-Mail (wird nicht angezeigt)*

Webseite

Ihr Kommentar*

Kommentieren

© Till Scheel und Eva Maria Meyer 2008-2015     Designed by Pexeto     Powered by WordPress