Geisha

Tanzende Maiko mit Fächer

Die Maiko (Geisha-Schülerin) ist eines der Sinnbilder der Stadt Kyōto, denn nur in Japans alter Hauptstadt wird die traditionelle Ausbildung der Geiko – wie die Geisha hier gennant wird – noch gepflegt. Das äußere Erscheinungsbild einer Maiko unterscheidet sich in mehreren Punkten von dem einer Geiko. Maiko tragen ihr eigenes Haar zu kunstvollen Frisuren aufgesteckt, die mit aufwendigem Blumenschmuck und kostbaren Haarnadeln versehen sind. Sie sind in farbenprächtige, bis zu zehn Kilogramm schwere Seidenkimonos mit herabhängenden Obi (darari obi) gekleidet und gehen auf zwölf Zentimeter hohen Holzsandalen (okobo).

Geiko hingegen tragen Perücken im Stil der Shimada-Frisur, leichtere und schlichtere Kimono mit hochgebundenen Obi, und elegante Geta. In den fünf Geisha-Vierteln (hanamachi) Kyōtos leben und arbeiten derzeit rund 200 Geiko und 80 Maiko. Die Anzahl der Geisha in ganz Japan liegt heute bei knapp tausend Personen. Eine verschwindend geringe Zahl im Vergleich zu den 17.000 Geisha, die es noch Ende der 1970er Jahre in Japan gab, und den über 80.000 im Japan der 1920er Jahre arbeitenden Geisha.

Der Beruf der Geisha war ursprünglich ein Männerberuf, es handelte sich dabei um Musiker, die mit ihrem Shamisen-Spiel und ihren komödiantischen Einlagen, die Kunden der Kurtisanen in den lizenzierten Vergnügungsvierteln unterhielten. 1751 trat die erste weibliche Geisha in Kyōto auf, und in den 1780er Jahren arbeiteten bereits mehr weibliche als männliche Geisha in den Vergüngungsvierteln der großen Städte. In Edo (dem heutigen Tōkyō), Ōsaka und Kyōto wurde die Geisha zum Inbegriff von modischer Eleganz und kultivierter Unterhaltung. Die Geisha galt als diskret und loyal und wurde in den turbulenten Jahren der Bakumatsu-Zeit (1853-1868), als junge Samurai aus Satsuma und Chōshū in den Teehäusern Kyōtos der Sturz des Tokugawa-Bakufu vorantrieben, zur romantischen Heldin verklärt.

Heutzutage ist es eher die Liebe zu klassisch japanischem Tanz und zu traditioneller Musik, die ein junges Mädchen dazu bewegen, den Beruf einer Maiko bzw. Geiko zu ergreifen. Nach einer intensiven, zehnmonatigen Probezeit, in welcher die Mädchen vor allem in klassischem Tanz, in japanischer Etikette und im Kyōto-Dialekt unterrichtet werden, dürfen sie (nach bestandener Prüfung) als Maiko ihre eigentliche Ausbildung beginnen und die Geiko ihres Viertels zu den abendlichen Veranstaltungen in den Teehäusern (ochaya) begleiten. Maiko treten zudem bei den im Frühjahr stattfindenden öffentlichen Tanzvorführungen auf und bereichern mit ihrer Kunst die bedeutenden Feste und Zeremonien an Kyōtos Schreinen.

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