Hanamachi

Straße im Gion Viertel

In Kyōto werden die Viertel, in denen die Maiko und Geiko (wie die Geisha hier genannt werden) leben und arbeiten, hanamchi «Blumenviertel» genannt. Vier dieser Geisha-Viertel liegen mitten im Zentrum der Stadt, sprich in der Nähe der Shijō-Brücke, und das fünfte hanamachi befindet sich vor dem Kitano Tenmangū Schrein im Nordwesten der Stadt. Da sich der traditionelle Charakter der alten Kyōtoer Stadtviertel mit ihren zweigeschossigen, aus Holz gebauten Häusern in den hanamachi am besten erhalten hat, gehört ein abendlicher Spaziergang durch die Geisha-Viertel zu den besonderen Attraktionen der alten Hauptstadt.

Der Name Gion gilt im In- und Ausland als der Inbegriff eines hanamachi und als Symbol für die geheimnisvolle Welt der Geisha. Das Gion-Viertel – die Teilung in Gion Kōbu und Gion Higashi erfolgte erst 1881 – liegt östlich des Kamogawa und erstreckt sich zu beiden Seiten der Shijō-dōri. Besonders stimmungsvoll sind der südliche Teil der Hanamikōji-dōri mit dem berühmten Teehaus Ichiriki und die von Kirschbäumen gesäumte Shirakawa-Minami-dōri. Das auf den Papierlaternen zu sehende Wappen von Gion stellt acht mit einer Linie verbundene Kugeln dar. Dabei handelt es sich um kleine, aus Reismehl gefertige Klöße (dango), die seit alters her in den Teehäusern serviert werden.

Miyagawachō liegt ein Stück südlich des Minamiza Kabuki-Theaters und pflegt noch heute enge Kontakte zu der Welt des Kabuki. Es ist das zweigrößte, und meiner Ansicht nach schönste Geisha-Viertel Kyōtos. Die drei ineinander verschlungenen Kreise im Wappen von Miyagawachō symbolisieren die erfolgreiche Zusammenarbeit von religiösen Institutionen, Stadtbevölkerung und hanamachi bei der Einrichtung von Mädchenschulen zu Beginn der Meiji-Zeit (1868-1912).

Pontochō besteht aus einer 500 m langen und weniger als zwei Metern breiten Straßen westlich des Kamogawa und verdankt seine Entstehung dem parallel zum Fluß verlaufenden Takasegawa-Kanal, einem im 17. Jahrhundert bedeutenden Transportweg zwischen Kyōto und Ōsaka. Der ungewöhnliche Name dieses Geisha-Viertels soll sich von dem portugiesischen Wort für Brücke ableiten und auch das Wappen von Pontochō, der am Fluß häufig anzutreffenden Regenpfeifer (chidori), leitet sich vom Kamogawa ab.

Kamishichiken entstand Ende des 16. Jahrhunderts als Toyotomi Hideyoshi eine große Teezeremonie-Veranstaltung auf dem Geländes des Kitano Tenmangū Schrein abhalten ließ. Der Name des Viertel erinnert an die sieben Teehäuser, die mit dem Holz gebaut werden konnten, das vom Wiederaufbau des Schreines übrig geblieben waren. Kamishichiken unterhält bis heute enge Kontakte zum Kitano Tenmangū und dem gesamten Nishijin-Viertel.

 

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