Stadtführer in englischer Sprache

rote Pflaumenblüte

Was erwarten wir heutzutage von einem Reiseführer? Aktuelle Informationen über Öffnungszeiten und Eintrittspreise, Hinweise auf besondere Feste und Zeremonien, Empfehlungen von Restaurants und Hotels? All dies kann schneller und zuverlässiger im Netz nachgeschaut werden als in einem gedruckten Buch – Time Out Shortlist Kyoto für diejenigen, die auf Gedrucktes nicht verzichten wollen – aber Informationen dieser Art machen noch keinen Reiseführer aus.

Ein Reiseführer sollte den Leser an die Hand nehmen, ihm die sehenswerten Orte zeigen und ihre Geschichte erzählen können. Gouverneur Mosher ist das mit seinem 1964 veröffentlichten Kyoto: A Contemplative Guide auf meisterhafte Weise gelungen und das (leider nicht mehr lieferbare) Buch ist in meinem Augen der beste Reiseführer, der je über Kyōto geschrieben worden ist. Es gibt nur ein vergleichbares Werk, Diane Durstons lebendige Darstellung der traditionellen Stadtviertel Kyōtos, erschienen 2002 als Kyoto: Seven Paths to the Heart of the City, welches den Besucher in die längst vergangen geglaubte Welt der alten Stadthäuser (machinami) führt.

Wer fundierte Informationen zu den Tempeln und Schreinen der Stadt sucht, dem kann ich die folgenden beiden Bücher empfehlen: Discovering Kyoto in Temples and Shrines und das sich nur mit Zentempeln befassende Zen and Kyoto. Zweisprachige Bücher wie diese – und Kyoto: The Greatest Travel Tips – sind nur vor Ort in japanischen Buchhandlungen erhältlich, aber inhaltlich deutlich besser als die herkömmlichen Reiseführer.

Kein bloßer Reiseführer mehr, sondern eine sachkundig geschriebene Kulturgeschichte der Stadt Kyōto ist das ausgesprochen lesenswerte Werk von John Dougill mit dem Titel Kyoto: A Cultural und Literary History, in welchem die Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln – die Stadt des Genji Monogatari und des Heike Monogatari wie auch die Stadt des Zen-Buddhismus, des Nō-Theaters und der Tee-Zeremonie – betrachtet wird.

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