Mein Lieblingsort

Kaiserlicher Park in Kyōto

Mein liebster Ort in Kyōto ist der Park, in dem sich der alte Kaiserpalast befindet: Kyōto Gyoen.

Es ist der einzige Ort, den ich vermisse, selbst wenn ich in Kyōto bin. In einem Apartment mit Blick auf den Kamogawa, nur wenige Minuten vom Takashiyama Kaufhaus entfernt und inmitten des schönsten Viertels der Stadt gelegen, denke ich daran, wie gut es tut, auf einer Bank vor dem Südtor des Kaiserpalastes zu sitzen, die Geräusche der Stadt gedämpft wahrnehmend, den Blick auf die hohen Kiefernbäume und die in der Ferne sichtbaren Berge gerichtet. 

Innere Ruhe und Gelassenheit erfüllt mich. Die Zeit verlangsamt sich, gleich dem stets im Schritttempo durch den Kyōto Gyoen patroullierenden Polizeiauto. Der Kies knirscht unter den Schritten der Besucher: Angestellte, die in der Mittagspause kommen; junge Mütter mit Kinderwagen; Väter, die am Sonntag Zeit für ein Ballspiel mit ihren Kinder finden; eine Gruppe älterer Menschen, die gekommen sind, um zu malen. Und all die Fahrradfahrer, die lieber durch den Park als um ihn herum fahren, stets der eingefahrenen Spur im Kies folgend.

Ein Drittel des rund 92 ha großen Parks werden von dem alten Kaiserpalast Kyōto Gosho und dem Palast des abgedankten Kaisers Sentō Gosho eingenommen. Beide können mit Erlaubnis der kaiserlichen Haushaltsbehörde besichtigt werden und lohnen den Besuch, zweifelsohne. Aber mir scheint, daß sich das wahre Wesen des japanischen Kaisertums – seine verborgene, aber dennoch unbestrittene Autorität – außerhalb der Palastmauern, im Park selbst offenbart.

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