Meishozue

Alter Holzdruck

Einer der faszinierenden Aspekte der Edo-Zeit (1600-1868) ist die Entstehung eines blühenden Verlagswesens in Japan. Das Blockdruckverfahren ermöglichte nicht nur die relativ kostengünstige Herstellung von Büchern, sondern auch die einfache Einbindung von Bildern und Lesehilfen in den geschriebenen Text. Im Jahre 1780 erschien der erste illustrierte Reiseführer, eine Beschreibung der Sehenswürdigkeiten Kyōtos in sechs Bänden, unter dem Titel Miyako Meishozue. Meisho steht im Japanischen für berühmter Ort, zue ist eine Bildersammlung und Miyako in der Bedeutung Hauptstadt ist einer der alten Namen für Kyōto. Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung waren rund 4.000 Exemplare gedruckt worden und es mussten neue Holzblöcke für eine zweite Auflage gefertigt werden.

In den Bildern dieser edozeitlichen Reiseführer können wir Vertrautes wiederfinden – Shimogamo Jinja und Ninnaji sahen 1780 nicht viel anders aus als heute – und Altes entdecken: Gebäude, die nach dem verheerenden Feuer von 1788 nicht mehr aufgebaut worden sind, wie zum Beispiel das Sanmon des Shōkokuji. Oder Bauwerke, die in der Moderne einfach an eine andere Stelle gesetzt worden sind, wie die Koyasu-Pagode am Kiyomizudera oder die heute vollständig verschwunden sind, wie das ehemalige Vergnügungsviertel Shimabara. Um Jedem selbst die Möglichkeit zu einer solchen Zeitreise zu geben, habe ich eine Google Map erstellt und die Illustrationen aus vier Reiseführern auf der Karte eingetragen. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten können entweder über die alphabetisch geordnete Liste oder über die Ortsangabe auf der Karte gefunden werden; beim Klick auf die Schriftzeichen in dem sich öffnenden Fenster gelangt man direkt auf das entsprechende Bild.

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