Kaiserliche Residenzen

rotes Ahornblatt auf grünem Moos

Jeder Besucher der alten Hauptstadt sollte die Gelegenheit zur Besichtigung der beiden kaiserlichen Residenzen Shūgakuin Rikyū und Katsura Rikyū nicht versäumen. Shūgakuin Rikyū besteht aus drei, in unterschiedlicher Höhe gelegenen Gärten, die durch Reisfelder voneinander getrennt sind: «To view it in autumn is an unforgettable experience.», schreibt John Dougill in seinem 2006 veröffentlichen Kulturreiseführer  und fährt fort: «The Taj Mahal, the Forbidden City, the Himalayas: these are magnificient, in keeping with expectations. The dramatic effect of Shugakuin is altogether unexpected.»

Unerwartet beeindruckend auch deshalb, weil Shūgakuin Rikyū in keinster Weise den europäischen Vorstellungen einer königlichen Sommerresidenz entspricht. Für den japanischen Kaiser Go-Mizunoo-Tennō (1596-1680) aber war das aus einem einzigen Raum bestehende Teehaus Kyūsuitei, von dessen Fenster aus er den Garten und die umgebenden Berge betrachten konnte, die Erfüllung seiner Wünsche.

«In der grössten Einfachheit liegt die grösste Kunst.» bemerkte Bruno Taut (1880-1938) im Mai 1934 nach seinem Besuch in der kaiserlichen Residenz Katsura Rikyū, und fügte hinzu: «In Katsura denkt das Auge. In Shugakuin sieht es – und in Nikko, zu gleicher Zeit wie Katsura gebaut, kann es bald nicht mehr sehen und alles Denken hört auf.» Garten und Gebäude bilden in der Katsura Rikyū eine harmonische Vollkommenheit, die ihresgleichen sucht. Jeder Trittstein im Garten und jeder Türgriff in den Teehäusern ist für sich genommen ein Meisterwerk, das sich nahtlos in das Gesamtkunstwerk einfügt.

Die beiden kaiserlichen Sommerresidenzen Shūgakuin Rikyū und Katsura Rikyū können nur mit einem Erlaubnisschein der kaiserlichen Haushaltsbehörde (Kunaichō) besichtigt werden. Japaner müssen einen solchen Besuchsantrag mehrere Monate im voraus stellen, ausländischen Besuchern hingegen – auch denen mit Studentenvisa – wird diese sofort erteilt. Für die Formalitäten (Reisepass bzw. Alien Registration Card mitnehmen!) begibt man sich in die Kyōtoer Zweigstelle der kaiserlichen Haushaltsbehörde, welche unmittelbar neben dem Kyōto Gosho liegt, und werktags von 8:45 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet hat. Es sei darauf hingewiesen, daß Besucher der kaiserlichen Residenzen ein Mindestalter von 18 Jahren aufweisen müssen.

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