Shimogamo Jinja

Bambusjalousien am Shimogamo Schrein

Der Shimogamo Jinja gehört zu den ältesten Schreinen Japans, hier werden die Ahngottheiten der Familie Kamo verehrt. Gemäß der Überlieferung badete Tamayorihime no Mikoto eines Tages im Fluß und fand einen im Wasser treibenden Pfeil, den sie mit nach Hause nahm und unter ihr Kopfkissen legte. In der Nacht verwandelte sich die im Pfeil manifestierte Gottheit in einen hübschen jungen Mann, Tamayorihime wurde schwanger und gebar den Donner- und Regengott Kamo Wake Ikazuchi no Mikoto.

Die Lage des Shimogamo Jinja am Zusammenfluß von Kamogawa und Takanogawa legt nahe, daß im Schrein ursprünglich Gebete für Regen (und fruchtbare Felder) und zur Abwehr von Überschwemmungen abgehalten worden sind. Mit der Verlegung der Hauptstadt nach Kyōto im Jahre 794 wurde der Schutz des gesamten Landes dem Schrein übertragen. Demzufolge unterhielt der Schrein enge Kontakte zum japanischen Kaiserhaus; alle wichtigen Ereignisse wurden per kaiserlichen Boten den Gottheiten des Shimogamo Jinja mitgeteilt und von 810 bis 1212 lebte immer eine unverheiratete kaiserliche Prinzessin am Schrein.

Die Popularität des Shimogamo Jinja ist bis heute ungebrochen. Der Schrein ist ein beliebter Ort für traditionelle Hochzeiten und andere, dem Shintō verbundene Familienfeste. Auf dem langen, durch einen ursprünglichen Wald führenden Weg zum Schrein sind immer Besucher unterwegs. Und rechts und links des Weges gibt es genügend Platz für spielende Kinder, ein Picknick mit der ganzen Familie oder um in aller Ruhe eine Staffelei aufzubauen.

Shintō-Schreine wie der Shimogamo Jinja sind auf lebendige Art und Weise mit dem Alltag der Menschen verbunden, und das macht meines Erachtens ihre eigentliche Faszination aus.

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