Japans Staatsschatz Nr. 1

Lila Schleife mit Quasten

Bis heute sind in Japan 864 Kunstwerke und 215 Gebäude zu Staatsschätzen  (kokuhō) erklärt worden. Ein Fünftel der insgesamt 1.079 japanischen Staatsschätze befindet sich in der Präfektur Kyōto, die überwiegende Mehrheit davon in der alten Hauptstadt selbst. Darunter auch Japans Staatsschatz Nr. 1: die Statue des Miroku Bosatsu im Kōryūji Tempel. Der im Westen der Stadt gelegene Kōryūji gilt als ältester Tempel Kyōtos. Im Jahre 603 erhielt Hata no Kawakatsu von dem kaiserlichen Prinzen Shōtoku Taishi (574-622) eine Buddha-Statue geschenkt, und für diese Statue wurde der Tempel gegründet.

Die Wirkung der 84 cm hohen, aus Holz geschnitzten Statue des Buddhas der Zukunft ist mit Worten kaum zu beschreiben. In der halben Lotus Position sitzend, den rechten Arm nachdenklich aufgestützt, und mit einem unnahbaren Lächeln voller Güte im Gesicht schaut der Miroku Bosatsu einen aus gesenkten Augen an. Je länger man den Buddha betrachtet, desto größer wird die Faszination, bis einen der Eindruck überwältigt und für immer prägt.

«In dieser Statue des Kōrūji-Tempels drückt sich in vollkommener Weise die höchste Idee von der Existenz des vollendeten Menschen aus.», sagte Karl Jaspers. «Sie symbolisiert für mich die reinste, vollendetste, zeitloseste Gestalt der menschlichen Existenz, in der die Bindungen an alles Zeitliche in dieser Welt überwunden sind. In den vielen Jahrzehnten meines Philosophenlebens habe ich noch nie ein Kunstwerk gesehen, das bis zu einem solchen Grade die wirklich vollendete Gestalt menschlicher Existenz widerspiegelt. In dieser Buddhastatue drückt sich die Idee vom ‹Ewigen in der menschlichen Existenz›, wie wir Menschen sie hegen, in wahrhaft höchster Perfektion aus.»

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