Sudare

Fassade eines Stadthauses in Kyōto

In Gion gelten die sudare genannten Bambusvorhänge vor den Fenstern im Obergeschoß der traditionellen Stadthäuser (kyō-machiya) als essentieller Bestandteil der Häuserfront. Denn durch die lichtdurchlässigen Bambus-Jalousien dringt das warme Licht der Wohnräume gedämpft nach außen und verleiht den Straßen der Geisha-Viertel allabendlich ihre elegante und geheimnisvolle Atmosphäre.

Sudare werden aus den Halmen des Schilfrohrs oder aus feinen Bambusstreifen hergestellt, die durch Schnüre miteinander verwoben werden. Dabei wird zwischen den einzelnen Halmen jeweils soviel Abstand gelassen, daß die sudare luft- und lichtdurchlässig bleiben. In traditionell gebauten Häusern wurden nach dem Ende der Regenzeit regelmäßig die Schiebetüren (shōji) zur Veranda hin durch sudare oder sudare-shōji ersetzt.

Ihren Ursprung haben die Bambusvorhänge in der höfischen Gesellschaft der Heian-Zeit (794-1192). Dort fanden besonders feine, an den Seiten mit Seidendamast verzierte Bambus-Jalousien in den Räumen des Kaiserpalastes und in den geschlossenen Wagen der Hofadeligen Verwendung. Noch heute werden diese misu genannten Bambusvorhänge für den Gebrauch in Tempel und Schreinen angefertigt. In Kyōto ist das mitten in Gion gelegene Geschäft von Hirata Yoshio, dessen Familie seit sieben Generationen sudare herstellt, berühmt für die Qualität seiner Produkte.

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