Inuyarai

Fassade eines Stadthauses

Ein wichtiges Element im Stadtbild der traditionellen Viertel Kyōtos sind die sogenannten inuyarai. Es handelt sich hierbei um aus gebogenen Bambusstreifen gefertigte Zäune, die insbesondere in den Vierteln Pontochō und Gion vor den Hauswänden der im traditionellen Stil erbauten Häuser stehen. Inuyarai sind eine Variante der komayose genannten hölzernen Geländer, die den unmittelbar vor der Frontseite des Gebäudes liegenden Bereich von der Straße abtrennen. Anders als der Name es vermuten läßt, waren komayose ebensowenig zum Anbinden von Pferden gedacht, wie inuyarai dem Abwehren von Hunden dienten.

Der ursprüngliche Zweck dieser architektonischen Elemente war es, Passanten davon abzuhalten, bei Regen Schutz unter den Vordächern der Häuser zu suchen. Hierzu muß man wissen, daß die Frontseiten von traditionellen Stadthäusern (kyō-machiya) im Erdgeschoss lediglich aus Holzgittern bestanden. Wenn man sich direkt vor diese Gitter stellte, konnte man also ohne Schwierigkeiten in das Haus hineinsehen. Um eben dies zu verhindern und die Blicke neugieriger Passanten vom privaten Wohnbereich fernzuhalten, wurden schließlich die inuyarai vor den Hauswänden angebracht.

Schlagwörter:

Kommentieren


Name*

E-Mail (wird nicht angezeigt)*

Webseite

Ihr Kommentar*

Kommentieren

© Eva Maria Meyer 2008-2018     Designed by Pexeto     Powered by WordPress